Wohin zieht die Wolke?

Das geplante Gaskraftwerk am Rechenzentrum „Frank Cube" würde Abgase in die Luft unserer Region abgeben. Welche Ortsteile davon betroffen sein könnten, hängt vom Wind ab — und der wechselt übers Jahr. Die Karte zeigt Monat für Monat, aus welcher Richtung der Wind kommt und wohin er weht.

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Sie können die Fahne auch drehen, um zu sehen, ob die Wolke Sie erreichen kann.

Windrichtung

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Drei berechtigte Einwände — und was die Daten dazu sagen

Wer eine Windkarte veröffentlicht, muss sich fragen lassen, wie gut die Daten sind. Hier sind die drei häufigsten Einwände — und unsere Antworten, mit offengelegten Zahlen.

»Die Messstation ist über 40 Kilometer entfernt. Was sagt das über Birstein aus?«

Eine einzelne ferne Station wäre tatsächlich ein schwaches Fundament. Deshalb stützt sich die Karte auf drei voneinander unabhängige DWD-Stationen rund um Birstein: Alsfeld (44 km nördlich, 305 m), Lautertal-Hörgenau (24 km nördlich, 522 m) und Neuhütten im Spessart (40 km südlich, 340 m — fast exakt die Höhenlage des geplanten Standorts). Alle drei messen über Jahrzehnte dieselbe Hauptwindrichtung: West bis Südwest. Wenn Stationen nördlich und südlich von Birstein übereinstimmen, ist die Regionalströmung auch dazwischen belastbar — Birstein liegt geografisch genau zwischen ihnen.

»Eine Station auf einer Bergkuppe misst doch nicht das Tal von Birstein.«

Richtig — und genau deshalb nutzt die Karte zwei getrennte Messquellen für zwei getrennte Fragen. Die Abgasfahne verlässt den Schornstein in großer Höhe und wird vom freien Höhenwind transportiert — dafür sind frei angeströmte Stationen wie Alsfeld die richtige Quelle. Windstille und Inversionslagen dagegen sind ein bodennahes Tal-Phänomen. Dafür verwendet die Karte bewusst nicht Alsfeld, sondern die nur 11 km entfernte Talstation Bad Soden-Salmünster im Kinzigtal: Dort herrscht in 7 bis 13 Prozent der Stunden Windstille — diese Werte stehen im Inversions-Panel der Karte. Jede Messgröße kommt von der Station, die sie physikalisch messen kann.

»Warum nehmt ihr nicht einfach den Mittelwert aus allen Stationen?«

Weil ein Mittelwert hier mehr verschleiern würde, als er klärt: Er würde Tal-Messungen und Höhen-Messungen mit willkürlichen Gewichten vermischen — und wäre genau dadurch angreifbar. Die Karte folgt stattdessen dem Standardvorgehen der Klimatologie: eine repräsentative Primärstation mit vollem 20-Jahre-Fenster (Alsfeld, 2001–2020, rund 160.800 Stundenmessungen), unabhängige Gegenproben zur Bestätigung und eine getrennt ausgewiesene Tal-Messung für die Windstille.

Alle Rohdaten stammen aus dem offenen Datenportal des Deutschen Wetterdiensts (Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0) und sind mit einem offengelegten Skript reproduzierbar. Vollständige Quellen: siehe »Datengrundlage & Quellen« direkt darunter.

Datengrundlage & Quellen

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